
Genesis 26 bringt die Organoid-Pioniere in Heidelberg zusammen
Mit der dritten Ausgabe hat sich GENESIS 26 vom InnovationLab zur größten regionalen Networking-Veranstaltung im Bereich „Entwicklung von Plattformen der nächsten Generation für Krankheitsmodellierung und Wirkstoffscreening” entwickelt. Das Thema Organoide und Lab-on-chip lockte zahlreiche Interessierte in das ehemalige Heidelberger Hallenbad.
Im Fokus von GENESIS 26 tanden Technologien wie Biofabrikation, Bioelektronik, mikrophysiologische Systeme, Sensortechnologien für lebendes Gewebe sowie Fortschritte in Bildgebung, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz. Diese Entwicklungen eröffnen laut den Veranstaltern neue Möglichkeiten, komplexe Krankheitsprozesse realitätsnäher zu modellieren und potenzielle Wirkstoffe effizienter zu testen.
Neue Krankheitsmodelle liefern bessere Einsichten
„Wir stehen an einem Wendepunkt in der Forschung“, sagte InnovationLab-Geschäftsführer Michael Kröger zum Abschluss der Tagung. Insbesondere das Zusammenspiel verschiedener technologischer Disziplinen ermögliche Fortschritte, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen seien. Das Ziel der Veranstaltung sei es gewesen, genau diesen Austausch zwischen Forschung und Industrie zu fördern.
Auch aus Sicht der Stadt Heidelberg spielen solche Plattformen für den Technologietransfer eine wichtige Rolle. Marc Massoth, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung von Innovationsnetzwerken für den Standort. Gerade in den Life Sciences seien Unternehmensgründungen häufig mit hohen Kosten und komplexen Entwicklungsprozessen verbunden, weshalb Infrastruktur, Netzwerke und Zugang zu Investoren entscheidend seien.
Einen Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms bildeten neue Ansätze zur patientennahen Krankheitsmodellierung. In ihrer Keynote hob Sylvia Boj vom Unternehmen HUB Organoids die Bedeutung patientenabgeleiteter Organoidmodelle hervor. Solche Systeme könnten helfen, die Lücke zwischen experimenteller Forschung und klinischer Anwendung zu schließen und Therapien gezielter zu entwickeln. In |transkript 1/26 war das Thema „Organoide“ angerissen worden, die dynamische Entwicklung in dem Feld erlebt gerade durch neue Regeln der FDA einen gewaltigen Schub.
Patientenmaterial im Fokus
Auch weitere Referenten betonten den patientenzentrierten Ansatz der neuen Technologien. Hafsa Munir vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) verwies darauf, dass es künftig vor allem darum gehe, menschliches Gewebe möglichst realitätsnah abzubilden und gleichzeitig Technologien zu standardisieren. Nur so ließen sich reproduzierbare Plattformen für Forschung und Medikamentenentwicklung schaffen.
Die Veranstaltung setzte neben Vorträgen auch auf interaktive Formate. In sogenannten Discussion Tables tauschten sich die Teilnehmer aus Wissenschaft, Start-ups und Industrie über mögliche Kooperationen und Projektideen aus. Für Jasper Van Hoorick, Mitgründer und CEO des Biotech-Materialspezialisten BIOINX, zeigte sich dabei besonders der interdisziplinäre Charakter des Treffens: Der Austausch unterschiedlicher Fachrichtungen sei entscheidend, um Fortschritte im Kampf gegen Krebs zu erzielen. Wenn die Welt für derartige Entwicklungen nicht genug ist, geht es mit den Innovationen in den Weltraum: Die Nutzung von Lab-on-the-chip-Systemen für Experimente bei Weltraumflügen oder auf der ISS war einer der Höhepunkte der Präsentationen.
Der wissenschaftliche Leiter des Innovationlab, Dr. Reza Taale, hatte ein Programm rings um die Hauptthemen gestrickt:
- Biofabrikation & integrierte mikrophysiologische Systeme
- Bioelektronik & Sensortechnologie für lebendes Gewebe
- Bildgebung, Automatisierung & KI
Die Resonanz auf das Forum fiel nach Angaben der Veranstalter durchweg positiv aus. Einige Sprecher sind in Interviews des Veranstalters verewigt worden, die interessante Aspekte herausstellen. Teilnehmer aus dem In- und Ausland nutzten die Gelegenheit zum Networking und zum Austausch über neue Technologien. Gleichzeitig unterstrich die Veranstaltung erneut die Rolle Heidelbergs als wichtiger Standort für Lebenswissenschaften und Technologietransfer innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar.


Michael Rabenstein/Uniklinikum Erlangen
Chen SK et al, Nature Biotechnology (2026). https://doi.org/10.1038/s41587-026-03044-0